Bilder vom Frauenabend am 12.03.2010 hier..

Diese Gruppe ist gedacht für alle Menschen, die aufgrund einer schweren Erkrankung der Augen zwar (noch) nicht erblindet, aber in ihrem Sehvermögen schwer beeinträchtigt sind und bereits erblindete Menschen.
Sich gegenseitig zu unterstützen, sich Mut zu machen, solidarisch das Mögliche mit- und füreinander zu tun - das wünschen sich einige betroffene Menschen aus dem Raum Bad Laer.  Eine schwere Sehbehinderung kann die Folge verschiedener Erkrankungen sein: Grüner Star oder Degeneration der Makula (die Stelle des schärfsten Sehens ist geschädigt), Schädigung der Netzhautgefäße infolge von Diabetes oder einer Thrombose kommen als Ursachen in Frage.
sehbehBei manchen der Betroffenen verläuft dieser Prozeß eher langsam, andere werden "von jetzt aufgleich" davon heimgesucht: "Von heute auf morgen konnte ich  keine Farben mehr erkennen, konnte nicht nicht mehr malen, was ich früher mit Leidenschaft getan habe", berichtet eine Betrofffene. Sie kann heute nur noch grobe Umrisse erkennen, hell und dunkel unterscheiden.
Damit Normalsichtige eine Vorstellung davon bekommen können, was das bedeutet, sollten sie  sich mal dickes Pergamentpapier vor die Augen halten, rät diese Betroffene. Dann würden sie eine Ahnung davon bekommen, wie sich ein schwer sehbehinderter Mensch fühlt, welchen  Einschränkungen er bei ganz alltäglichen Dingen unterworfen ist. Das fängt an damit, die Ampel nicht zu erkennen, die Geschwindigkeit der herannahenden Autos nicht abschätzen .Straßenschilder nicht lesen zu können. "Sich in eine unbekannte Umgebung zu begeben, ist schon ein Abenteuer", berichtet eine andere Betroffene. Dann ist man angewiesen auf die Hilfsbereitschaft fremder Menschen, und damit ist es oft nicht so weit her.
"Kaufen Sie sich doch eine Brille!"
Kaufen Sie sich doch eine Brille", ist ein oft gehörter Ratschlag, der Frau F. früher oft zum Weinen brachte, "Tränen der Wut", wie sie ergänzt.
 "Auf blinde Menschen wird im allgemeinen mehr Rücksicht genommen als auf uns", stellen Schwer -Sehbehinderte oft fest. Für sie werde insgesamt mehr getan, sie genössen mehr Fürsorge und  Rücksicht. Vielen derjenigen, die nicht blind, aber in ihrer Sehfähigkeit schwer beeinträchtigt sind, sieht man diese Beeinträchtigung ja auch nicht an. Erst der "weiße Stock" signalisiert die Behinderung, eine "Ausrüstung", vor der viele zurückschrekken ("das stigmatisiert", weiß eine Betroffene).
 Aber auch im Kreis der Freunde und Bekannten, die von der Erkrankung wissen, ist es oft mit Verständnis uns Hilfsbereitschaft nicht so weit her: "Der große Kreis der Bekannten schmilzt zusammen," sagt Frau G., "mit der Zeit stellte sich dann heraus, auf wen ich mich verlassen kann." Die vielen Einschränkungen, das Angewiesensein auf andere, die zeitweilige Hilflosigkeit bei alltäglichsten Dingen machen empfindlich, verletzbar für vermeintliche und tatsächliche Gedanken- und Gefühllosigkeiten der Umwelt ("Da meinte doch ein Kollege, gemessen an dem Ausmaß meiner  Sehbehinderung sei ich doch eigentlich zu selbstbewußt....", berichtet eine betroffene Frau). Auch sind in der Regel gravierende Veränderungen im Leben unvermeidlich: So muß etwa der Beruf aufgegeben, das  Auto verkauft, die bisherige Freizeitaktivität an den Nagel gehängt werden. "Nichts ist mehr so, wie es war -und für die meisten von uns besteht auch keinerlei Hoffnung mehr auf Verbesserung des Sehvermögens. Im Gegenteil -vielen droht eine weitere Verschlechterung, manchen sogar die Blindheit", so eine weitere Betroffene.
 In dieser Situation ist es für viele wichtig, alles zu tun, um zum einen so autark zu bleiben wie möglich,  zum anderen nicht zu vereinsamen. Viele Hilfsmöglichkeiten gibt es, die den Alltag erleichtern können  (von der "sprechenden Waage", dem "sprechenden Thermometer" ,dem Apfel-zerteiler bis hin zum  "Lesophon", einem hochtechnisierten Lesegerät, das optische in akustische Signale umsetzt); auch bietet der Blindenverein viel Unterstützung, wie Schulungen in der Blindenschrift oder etwa Vermittlung  "lebenspraktischer Fergkeiten" (wie gieße ich Kaffee ein, fädle eine Nadel ein, bekomme ich die Zahnpasta auf die Zahnbürste?).
 Aber ganz wichtig ist darüber hinaus vor allem, nicht in Isolation zu geraten, sein Leben auch weiterhin  als sinnvoll und erfüllt zu erleben, nicht in ein tiefes Loch zu fallen. Dabei helfen natürlich ganz besonders Angehörige und Freunde, die verständnisvoll unterstützen, ohne den Betroffenen alles gleich aus der  Hand zu nehmen. "Ganz wichtig ist aber auch, andere Betroffene zu finden", sagt Frau G. Es sei so  wichtig, sich mal mit Leidensgenossen und -genossinnen aussprechen zu können, - und sei es auch nur an der "Strippe" (wenn es mal wieder keine Fahrmöglichkeit gibt). Jenseits von allen Informationen und aller Vermittlung technischer Hilfsmittel gebe es da vor allem das Bedürfnis nach dem Austausch mit Gleichbetroffenen, nach der Gesellschaft und dem Verständnis von Menschen, die ein ähnliches  Schicksal erleiden mußten wie man selbst und deshalb am besten wissen, was es heißt, nur noch ganz schlecht sehen zu können.
 Gemeinsam wäre es aber sicher auch leichter, sich über die vielen Hilfsmöglichkeiten zu informieren, die  es für Sehbehinderte gibt. Auch mal Referenten, sachkundige Personen einzuladen sowie Vertreter von Krankenkassen und verschiedenen Behörden, mit den es schon mal Meinungsverschiedenheiten gibt.
 Wichtig ist zunächst vor allem, genügend Betroffene für eine solche Gruppe interessieren zu können. Es ist vorgesehen, daß sich diese Gruppe zu einem ersten Treffen zusammenfindet am Donnerstag, 9. Juli, 15.00 Uhr, im Gesundheitszentrum Bad Laer. Dann soll überlegt werden, wie eine solche Gruppe arbeiten könnte, auch wie z.B. Fahrmöglichkeiten organisiert werden könnten. Alle interessierten Betroffenen werden gebeten sich bei den Kontaktpersonen zu melden.

Name der Gruppe

Selbsthilfegruppe schwerst Sehbehinderte

Treffen

Jeden letzten Dienstag im Monat, 14.30 Uhr

Treffpunkt

Gesundheitszentrum Bad Laer - Kurmittelhaus

Ansprechpartner

Anneliese Kapp, 05425-353
Anemone Abeler 05424-801 234

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